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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Ortsgruppe Horneburg/Altes Land e.V. findest du hier .
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Sekunden entscheiden im Eiswasser: Operative Strategie und Sicherheitstipps
(Horneburg/Altes Land) – Der Winter verleiht unserer Region im Alten Land und rund um Horneburg oft einen besonderen Zauber. Doch wenn Este, Lühe oder die örtlichen Regenrückhaltebecken zufrieren, entsteht eine trügerische Schönheit. Ein Einbruch ins Eis gehört zu den gefährlichsten Einsatzszenarien überhaupt.
Als Wasserrettungsspezialisten hat die DLRG Horneburg/Altes Land ihre Einsatztaktik intensiv analysiert und neu ausgerichtet. Das Ziel: Den „Wettlauf gegen die Kälte“ gewinnen. Die Herausforderung: Ein extrem kurzes Zeitfenster Die größte Gefahr bei einem Eisunfall ist nicht nur das Ertrinken, sondern die Kältephysiologie. Ein Mensch, der ins Eiswasser einbricht, verliert binnen weniger Minuten die Fähigkeit, sich selbst über Wasser zu halten.
Der Kälteschock: Sofortiges tiefes Einatmen (Gefahr des Wasserschluckens).
Muskelversagen: Bereits nach ca. 3 bis 4 Minuten erschlaffen durch die Unterkühlung die Muskeln in Armen und Beinen. Der Verunfallte kann sich nicht mehr an der Eiskante festhalten.
Robert Rink, stellv. Vorsitzender der DLRG Horneburg/Altes Land, bringt es auf den Punkt: „Schwere Technik wie Schlauchboote oder Eisschlitten sind unverzichtbar, aber sie sind oft die zweite Welle. Bis ein Boot zu Wasser gelassen ist, kann dieser Kampf gegen die Zeit bereits verloren sein.“
Unsere Antwort: Die Zwei-Phasen-Strategie
Um diesem Zeitdruck zu begegnen, setzen wir nicht allein auf schweres Gerät, sondern auf eine flexible Taktik, die Geschwindigkeit vor Perfektion stellt, um das Leben zu sichern.
Phase 1: Der Erstangriff (Sicherung)
Sobald unsere Einsatzkräfte eintreffen und die Person noch sichtbar ist, zählt jede Sekunde. Ein einzelner, speziell ausgebildeter Rettungsschwimmer in erweiterter Persönlicher Schutzausrüstung (Kälteschutzanzug) geht sofort – durch eine Leine gesichert – zum Verunfallten vor. Er führt keine schweren Gerätschaften mit sich, sondern nutzt leichte Hilfsmittel wie ein Spineboard oder ein Bodyboard. Das Ziel: Den Patienten erreichen und gegen das Untergehen sichern. Ist der Kopf über Wasser und der Patient am Brett fixiert, ist die unmittelbare Lebensgefahr gebannt.
Phase 2: Die technische Rettung (Evakuierung)
Erst wenn die Sicherung erfolgt ist, greift die „zweite Welle“. Jetzt kommen Schlauchboote, Eisschlitten oder Schleifkorbtragen zum Einsatz, um sowohl den Patienten als auch den Retter schonend und sicher ans Ufer zu ziehen. Diese Phase ermöglicht eine medizinisch schonende Rettung (möglichst horizontale Lagerung), um den gefährlichen „Bergungstod“ durch kaltes Blut zu vermeiden.
Spezialisten an der Seite der Feuerwehr
Wir verstehen uns als spezialisierter Partner der örtlichen Feuerwehren. Während die Feuerwehr im Landkreis Stade die unverzichtbare, flächendeckende Infrastruktur und Manpower stellt, liefert die DLRG das Spezialwissen Wasser.
Unsere Einsatzkräfte sind geschult in Strömungslehre (Tidegewässer), Eisdynamik und Kältephysiologie. Wir gehen dort ins Wasser, wo andere am Ufer stehen bleiben müssen. Durch diese Arbeitsteilung – Infrastruktur durch die Feuerwehr, Spezialexpertise durch die DLRG – erreichen wir das bestmögliche Sicherheitsniveau für die Bürger im Alten Land.
Lebenswichtige Eisregeln: So schützen Sie sich
Prävention ist der erste Schritt der Rettung. Damit wir gar nicht erst ausrücken müssen, bittet die DLRG Horneburg/Altes Land die Bevölkerung dringend um Beachtung folgender Sicherheitsregeln.
1. Wann ist das Eis sicher?
Betreten Sie Eisflächen erst, wenn sie offiziell freigegeben sind oder eine Dicke von mindestens 15 cm aufweisen (bei stehenden Gewässern). Auf fließenden Gewässern wie Este oder Lühe ist das Eis durch Strömungen fast nie berechenbar tragfähig!
Achten Sie auf Warnzeichen:
2. Verhalten im Notfall
Sollte das Eis unter Ihnen knacken:
3. Wenn Sie einen Einbruch beobachten
Bringen Sie sich als Helfer niemals selbst in Lebensgefahr. Ein weiterer Verunfallter hilft niemandem.
Notruf 112 wählen: Zögern Sie nicht. Jede Minute zählt.
Nicht die Hand reichen: Gehen Sie nicht bis an die Abbruchkante. Reichen Sie dem Verunfallten Hilfsmittel (Äste, Leitern, Schals, Leinen, Rettungsringe).
Sichern: Sichern Sie sich selbst am Ufer, wenn möglich.
4. Erste Hilfe an Land
Ist die Person aus dem Wasser gerettet, droht weiterhin Gefahr durch Unterkühlung.
Vorsichtig erwärmen: Hüllen Sie die Person in warme Decken.
Keine Reibung: Reiben Sie die Person auf keinen Fall mit Schnee ab (Gefahr von Gewebeschäden und weiterem Auskühlen).
Kein Alkohol: Geben Sie keinen Alkohol! Reichen Sie stattdessen warme, alkoholfreie und zuckerhaltige Getränke.
Wir sind 24/7 einsatzbereit. Helfen Sie mit, Unfälle zu vermeiden.
Ihre DLRG Horneburg/Altes Land e.V.
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